Zweiter Kampftag der Bayernliga Männer
Seit vier Jahren führt der Weg unserer Mannschaft regelmäßig nach Eltmann und jedes Mal wird es ein Duell, das an den Nerven zerrt. Kaum eine Begegnung ist so eng, so emotional, so unberechenbar. Meist hieß es am Ende 11:9 für Eltmann. Nur 2024 gelang uns ein 12:8‑Sieg, der später durch Punktstreichungen auf ein 10:10 korrigiert wurde. Eltmann ist für uns ein Hexenkessel.
Lange war unklar, ob wir alle Gewichtsklassen besetzen können. Mannschaftsführer Sven Reß mobilisierte in letzter Minute noch Kämpfer, führte Gespräche, überzeugte, motivierte – und so reisten wir schließlich mit einer kleinen, aber schlagkräftigen Truppe an.
Eltmann hingegen fuhr nahezu den kompletten Kader auf. Die Waage zeigte schnell, dass uns ein taktisches Schachspiel erwartet. Sven und einige Kämpfer hatten im Vorfeld die möglichen Aufstellungen der Gastgeber analysiert und tatsächlich überraschte Eltmann gleich mehrfach.
Im erster Durchgang wurden Kilian Roos und Maxim Koserog jeweils eine Gewichtsklasse höher gestellt als erwartet. Selbst das Schwergewicht besetzte Eltmann mit einem 90‑kg‑Athleten. Ein klares Zeichen, dass sie alles in die Waagschale werfen wollten.
Trotz dieser Rochaden lief der erste Durchgang nahezu nach Plan. Unsere Kämpfer zeigten starke Nerven, holten wichtige Punkte und hielten das Duell offen. Bitter wurde es im letzten Kampf. Felix Schwob verletzte sich unglücklich und musste aufgeben. Nach einer hitzigen Hinrunde stand es 5:5 – alles offen, alles möglich.
Zweiter Durchgang: Mut, Wille und ein Team, das zusammensteht
Für die Rückrunde blieb kaum Spielraum. Wir rechneten damit, dass Kilian Roos und Maxim Koserog wieder in ihre eigentlichen Klassen rutschen würden, doch nur eine dieser Vermutungen traf ein. Und dann zeigte sich, was diese Mannschaft ausmacht. Kämpfer, die eigentlich nicht antreten wollten, fassten sich ein Herz. Andere, die angeschlagen waren, gaben grünes Licht. Jeder wollte seinen Beitrag leisten. Jeder wollte diesen Sieg.
Der Druck steigt – und Erlangen liefert: Von Beginn an machten wir im zweiten Durchgang mächtig Druck. Laurin Behr eröffnete mit einem intensiven Kampf, setzte seinen Gegner so stark unter Stress, dass sich dieser kurz vor dem regulären Kampfzeitende übergeben musste. Die darauf folgende Disqualifikation bedeutete einen Punkt für Erlangen.
Nach einem kurzen Rückschlag folgten Hamid Jauhari und Alexander Trost, die ihren Gegnern alles abverlangten und am Ende verdient siegten. Plötzlich stand es 10:6 für uns. Ein komfortabler Vorsprung, aber wir wussten, was noch kommt: vier extrem harte Kämpfe.
Eltmann verkürzte wie erwartet und so entschied das letzte Duell über Sieg oder Gleichstand.
Mit beeindruckendem Siegeswillen dominierte Murtazo Aminov den Kampf. Nach zwei Minuten setzte er die entscheidende Technik und holte den Punkt zum 11:9‑Auswärtssieg. Ein Moment, der die ganze Bank aufspringen ließ.
Mit starken Techniken und insgesamt nur 24 Sekunden Kampfzeit in zwei Duellen wurde Tobias Schiebold zum Kämpfer des Tages gekürt.
Bericht: Sven Reß – Foto: Toni Wachter
