Judo‑Doppelkampftag am 07.03.26
Bayernliga
Mit einem intensiven Doppelkampftag starteten wir am 07.03. in die neue Judosaison. Erstmals stellten wir in diesem Jahr zusätzlich eine Männermannschaft in der Landesliga, die trotz einiger Ausfälle ihr Debüt gegen das Judo‑Team Hochfranken gab (siehe unten).
Unsere Bayernliga-Mannschaft trat gegen den Aufsteiger ASV Fürth an, ein Gegner, der aufgrund seiner starken Einzelathleten keinesfalls zu unterschätzen war. Nach der Waage stand fest, welche Kämpfer die Fürther mitgebracht hatten und in welchen Gewichtsklassen sie antraten. Mannschaftsführer Sven Reß nutzte dies für eine kluge taktische Aufstellung. Bereits im Vorfeld hatte er mit mehreren Athleten gesprochen, um möglichst in allen Klassen breit aufgestellt zu sein. Eine Entscheidung, die sich später als goldrichtig herausstellte. So rutschte Tobias Schiebold überraschend in die Klasse bis 66 kg, während Yannick Himmelspach (bis 81 kg) und Dalibor Dimov (bis 90 kg) jeweils eine Gewichtsklasse nach oben aufrückten. Besonders erfreulich war zudem, wie gut sich unsere Neuzugänge integrierten und dass einige länger Abwesende wieder zur Mannschaft zurückkehrten.
Erster Durchgang – starker Auftakt
Gestartet wurde im Schwergewicht. Schon hier zeigte sich, dass die Fürther keineswegs kampflos Punkte abgeben würden. Beide Begegnungen gingen fast über die volle Kampfzeit. Dennoch blieben die Punkte bei uns. Nach einem frühen 5:0-Vorsprung ging ein hart umkämpfter Punkt an die Gäste, da unser Neuzugang Timur Usaraev nach einer kleinen Unachtsamkeit einen Waza‑ari nicht mehr aufholen konnte. Vinzenz Dotzler lieferte sich mit Michael Graßer ein langes Duell, das erst nach 7:47 Minuten im Golden Score entschieden wurde, zugunsten von Vinz, der den erlösenden Punkt holte. Am Ende der ersten Runde stand ein beeindruckendes 9:1 auf unserer Seite.
Zweiter Durchgang – souverän zu Ende gebracht
Mit diesem komfortablen Vorsprung wechselte Sven sieben Athleten aus, um möglichst vielen Kämpfern Einsatzzeit zu ermöglichen. Die Mannschaft ließ jedoch nichts anbrennen und entschied den zweiten Durchgang klar mit 7:3 für sich: Tobi und Timur, beide bis 66 kg, zeigten dabei besonders dominante Leistungen und ließen ihren Gegnern nicht den Hauch einer Chance.
Der Moment des Tages
Ein echtes Highlight war der Kampf zwischen Dali und Michael Graßer: Dali lag bereits mit Waza‑ari zurück, doch angefeuert vom lautstarken Publikum und dem Hinweis, dass er schon oft in den letzten Sekunden den entscheidenden Ippon geworfen hatte, gelang ihm genau das, sieben Sekunden vor Schluss! Ein Moment, der die Halle erstarren ließ und die Fürther sichtlich überraschte. Für diese außergewöhnliche Leistung wurde Dali von den Kampfrichtern zum Kämpfer des Tages gekürt.
Mit einem deutlichen 16:4‑Auftaktsieg gelang unserer Mannschaft ein nahezu perfekter Start in die Saison, während die Landesliga Männer trotz einer 7:13-Niederlage mit großem Kampfgeist überzeugten. Beide Teams zeigten Herz, Zusammenhalt und Leidenschaft – und genau das machte diesen Tag so besonders. Ein Tag, der Lust auf mehr macht.
Landesliga
Landesliga-Debüt mit Herz: Der TV 1848 Erlangen III trotzt der Personalnot durch verletzungsbedingte Ausfälle, zumindest an diesem geschichtsträchtigen Samstag: Beim lang ersehnten Debüt in der Landesliga musste die dritte Garde des TV 1848 Erlangen an den Start gehen, ein Handicap, das gegen ein Schwergewicht wie das Judoteam Hochfranken eine Mammutaufgabe darstellte. Doch wer glaubte, die Erlanger würden sich kampflos ihrem Schicksal ergeben, sah sich getäuscht. Alle anwesenden Athleten lieferten ab und machten die Matte zum Schauplatz purer Leidenschaft.
Erster Durchgang – stürmischer Beginn
Im Kampfverlauf traf Routine gegen Übermacht. In der ersten Runde bekamen die Erlanger die volle Härte der Landesliga zu spüren. Trotz technisch versierter Ansätze und einer enormen Moral reichten die gewonnenen Kämpfe nicht aus, um die Lücken in der Aufstellung zu kompensieren. Die Runde ging mit 7:3 an das Judoteam Hochfranken.
Zweiter Durchgang – die Aufholjagd
Nach einer kurzen taktischen Neuausrichtung mobilisierten die Judoka des TV 1848 Erlangen III ihre letzten Kraftreserven. In einem packenden zweiten Durchgang zeigten die Erlanger, dass sie auf diesem Niveau absolut konkurrenzfähig sind. Mit Routine und Biss ließ sich der Abstand deutlich verkürzen. Auch wenn die Anzeigetafel am Ende ein 13:7 zugunsten der Gäste aus Hochfranken zeigte, war der Stolz in der Erlanger Halle greifbar.
Fazit: Der TV 1848 Erlangen III ist in der Landesliga angekommen. Wenn die Gelenke halten und der Kader wieder zur vollen Stärke findet, wird diese Saison noch für einige Überraschungen sorgen.
Bericht: Sven Reß (Bayernliga), Robert Martin (Landesliga)
