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Amateurmannschaft des TV 1848 Erlangen erstklassig

 

Vorgeschichte:

 

Bei der diesjährigen Urlaubs- und Saisonplanung konnte der Abteilungsleiter und Cheftrainer Klaus Lohrer nicht damit rechnen, was die Bundesligasaison der Mannschaft beschert. Nun, der Mannschaftsführer Heiko Koch und er glaubten fest daran einen Platz im vorderen Mittelfeld erzielen zu können und Wiesbaden war schlagbar. So hat sich Klaus einen lang gehegten Wunsch erfüllt und sich für die 14-tägige Chinareise der Metropolregion Nürnberg zur Partnerregion Shenzen im Oktober 2015 entschieden, in der auch der letzte Kampftag der Saison gegen Wiesbaden fiel.

Dass diese Amateurmannschaft alle Regeln außer Kraft setzen kann, war niemandem so bewusst. Hätte man Klaus diese Prophezeiung vor mehr als 40 Jahren gegeben, er hätte seine Gegenüber für verrückt erklärt. Aber, schon die Aufstiege in die Regionalliga und dann in die 2. Bundesliga waren „kleine Wunder“. Das alles wurde mit einer reinen Amateurmannschaft erzielt. Es wird ja bekanntlich nicht nur in der 1. Bundesliga Geld bezahlt, sondern schon in wesentlich niedrigeren Ligen. Es gab in den ganzen Jahren schon viele Abwerbungsversuche einzelner Athleten, die diesen Verlockungen jedoch bis heute Stand gehalten haben. Das spricht eindeutig für die Truppe um Koch/Lohrer. An alle Athleten nochmals ein herzliches Dankeschön, Superleistung!

 

Die Devise der Mannschaftsmacher Koch/Lohrer lautet: gleiches Recht für Alle, jeder Athlet, ob vom eigenen Verein oder Gastkämpfer hat die gleichen Rechte und Pflichten, keine Ausnahme, frei nach dem Motto pain is temporary, glory is forever!

 

Klaus hatte in den 80iger Jahren mit einer kleinen Mannschaft (da waren u. a. als dauerhafte Pfeiler Gerd Macholdt, Jürgen Zittlau, Klaus Lohrer und Heiko Koch dabei) jahrelang in der Bezirksliga gekämpft und daraus hat sich dann diese Truppe entwickelt, die die Hürden aller Ligen meisterte.

 

Saison 2015: So spannend wie in diesem Jahr, war für den TV 1848 Erlangen die 2. Judo-Bundesliga noch nie. Seit 5 Jahren kämpfen die Männer des TVE unter den 8 teilnehmenden Vereinen, als einziger Starter Bayerns in der 2. Judo-Bundesliga. Zu Beginn dieser Saison wussten die Macher Klaus Lohrer, Heiko Koch und Sven Reß, dass trotz der Auftaktniederlage großes Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Was sie aber nicht wussten, dass sie am Ende um einen Medaillenplatz kämpfen werden. Nach der Auftaktniederlage folgte erstmal ein Unentschieden bevor ein Sieg vor der Sommerpause verbucht werden konnte. Mit riesiger Energie aus der Sommerpause zurück ging es nur noch volle Kraft voraus.

 

Die Zielvorgabe am letzten Kampftag gegen den JC Wiesbaden war ganz klar: „Wir wollen gewinnen, alles andere liegt nicht in unserer Hand“. In der Parallelbegegnung standen sich der SV Halle, der zu dieser Zeit punktgleich mit Erlangen war und der Tabellenerste, die TSG Backnang gegenüber. Sollte die TSG Backnang verlieren und gleichzeitig Erlangen gewinnen, würde Erlangen auf den 1. Tabellenplatz auf Grund der besseren Punkteverhältnisse vorrücken. Unabhängig davon galt es sich voll und ganz auf die Partie JC Wiesbaden gegen den TV 1848 Erlangen zu konzentrieren. Der JC Wiesbaden erreichte bisher nur 2 Unentschieden. Trotzdem sind die Erlanger gewarnt, denn bislang war am Ende immer der JC Wiesbaden siegreich. Die Männer sind dennoch heiß, wollen unbedingt den Sieg.

 

Roman Tolksdorf (-100 kg) eröffnete die Begegnung. Mit dem Rumänen Valentin Radu hatte Roman einen starken international erfahrenen Gegner, gegen den er kein Mittel fand und sich mit Ippon geschlagen geben musste.

 

In der nächsten Gewichtsklasse bis 73 holte sich Wiesbaden gleich den nächsten Punkt. Somit stand es in kürzester Zeit 2:0 für die Gastgeber, dass wir uns so nicht vorgestellt hatten. Erst der 3. Punkt ging an Erlangen, da bis 60 kg der Gegner von Dominik Röder verletzungsbedingt aufgeben musste.

 

Jetzt tief durchatmen, konzentrieren und weiter Vollgas. Angefeuert von der Mannschaft und den mitgereisten Fans folgten 3 weitere Siege, ehe Kai Brandes im Schwergewicht gegen Igor Mbakom Tchiengang, einen weiteren erfolgreichen internationalen Kämpfer, eine Niederlage hinnehmen musste. Mit 3:4 führten wir zur Pause.

 

Jetzt bloß kein Risiko eingehen. Nicht die Köpfe hängen lassen, auch wenn der eine oder andere Kampf verloren war. Wir führen und können am Ende als Sieger aus der Partie herausgehen.

 

Die 2. Runde gestaltete sich ähnlich wie die erste. Roman (-100 kg) und Manuel (-73 kg) mussten über die volle Kampfzeit gehen. Sie gingen bis an ihre Grenzen, konnten aber beide den Yuko (kleine Wertung) Rückstand nicht mehr aufholen.

 

In der vorletzten Begegnung bis 81 kg war es dann vollbracht, Florian Schwob erlöste uns mit einem tiefen Seio-Nage (Schulterwurf) und holte den Siegpunkt für Erlangen. Somit stand fest, dass der TV 1848 Erlangen mit 8:6 gegen den JC Wiesbaden gewinnt.

 

Aber welcher Tabellenplatz wird es am Ende sein? Voller Spannung erwarteten wir das Ergebnis SV Halle gegen TSG Backnang. Totenstille, als das Telefon klingelte. Plötzlich ertönte ein lautstarkes Jubeln in der Wiesbadener Sporthalle, denn die TSG Backnang verlor überraschend 8:6 gegen Halle. Somit stand fest, wir sind Meister der 2. Bundesliga und steigen in die 1. Liga auf.

 

Wir bedanken uns im Namen des TV 1848 Erlangen Judo bei allen Judokas, Sponsoren, so wie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für diese erfolgreiche Saison.

 

   
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